Monte Pasubio – 100 Jahre Strada delle 52 Gallerie

Wandern, Klettern oder Mountainbiken am Pasubio ist immer ein Erlebnis. Ich habe mich dieses mal jedoch zum ersten mal auf den gut 6 km langen und 800m Höhenmeter überwindenden Gallerienstrasse zu Fuss begeben, nachdem ich vor einigen Jahren mit dem MTB zum Rifugio Papa geradelt bin. Das Klettern auf dem Ferrata Gaetano Falcipieri habe ich gerne meinen Mitreisenden überlassen. Da ich zugegebener Maßen etwas Probleme mit abschüssigen Felsen habe – was in den Bergen leider öfter mal vorkommt, war das schon alleine ein ganz besonderes Abenteuer. Aber auch die Wahnsinnsleistung, was die bis zu 600 Männer vor 100 Jahren dort vollbracht haben.

Es ist ein – besonders für die damaligen Kriegsumstände – beeindruckendes Werk, dass sich auch Prinz Charles eine Woche vor mir angeschaut hat.

52 Tunnel, die sich über insgesamt 2500m erstrecken, ein Weg, der sich immer an der Wand in bis zu 2000m Höhe emporschraubt, gebaut von Februar bis Dezember des Jahres 1917.

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Der Anfang ist wirklich nur ein normaler Wanderweg, ein paar Serpentinen führen zu den ersten Tunneln. Man kann erahnen, was einen erwartet.

Zunächst windet sich der Weg langsam mit moderater Steigung in die Höhe, später, werden die Tiefblicke spektakulärer. Es ist Anfang April, und man kommt in die Höhe, wo noch Altschnee liegt. Der Weg ist zwar im Grossen und Ganzen frei, jedoch türmt es sich oft direkt vor den Tunneln etwas auf, durch die Spur der anderen Wanderer geht es in den Tunnel, jedoch auch immer am Abgrund.

Es war durchaus manchmal eine Herausforderung, weil ich, wie oben bereits erwähnt, alles andere als schwindelfrei bin.

Da ich aber über weite Strecken alleine auf dem Weg war, konnte ich mir die Zeit nehmen, laufen, schauen, fotografieren, tief durchatmen.

In den Tunneln war es kalt und glitschig, oft war ein Lichtfenster, meistens musste man aber bei den längeren Abschnitten die Lampe anmachen. Ich hatte die Fenix HL50 dabei.

Es war ein schöner sonniger Tag, jedoch, ist das Pasubio Massiv sehr oft in Wolken, so auch heute. Man ging den langen Weg, immer am Fels entlang durch eine Nebelwand. dieses Szenario unterstrich den Mythos der Strada eindrucksvoll. Nicht vorstellbar, was die Männer vor 100 Jahren hier durchmachten.

Ein kurzes Stück Weg war ein kleiner Bergpfad, der jedoch bald wieder zu der relativ breiten Straße wurde – gottseidank.

Nach etwa 3 Stunden – inklusive Foto- und kleinerer Snackpausen, war ich oben, durch den 52. Tunnel, das Rifugio Papa gleich in Sicht.

Auch da war alles in Wolken, nur selten kam die Sonne durch. Die Begleiter sind den Klettersteig hoch, und wollten auf dem Rückweg die Galerien nehmen. Ich habe mich für den Forstweg entschieden, der jedoch noch sehr verschneit war, der Runterweg war also auch nicht ganz geschenkt, aber es wurde irgendwann schneefrei, und da ich die Jungs nicht warten lassen wollte, ging es etwas im Laufschritt bergab, so dass ich nach etwa 2 Stunden am Parkplatz war.

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